Wie Koffein wirkt und mit welcher Alternative ich mein Abitur überstanden habe.

Wer kennt es nicht: Frisch gebrühter Kaffee am Morgen oder eine Tasse warmer Tee zwischen den Händen lässt so viele Herzen – meins eingeschlossen – höherschlagen. Ohne den morgendlichen Koffeinkick ist nur mit wenigen Leuten etwas anzufangen. Egal wo man sich auf der Weltkugel befindet, Tee oder Kaffee gehört morgens einfach mit dazu.

Aber wie wirkt diese Alltagsdroge, von der gefühlt die halbe Menschheit abhängig ist, eigentlich? Und gibt es vielleicht doch noch eine Alternative, um wach und konzentriert durch den Tag zu gehen?


Es ist heutzutage glaube jedem klar, dass Koffein für die aufputschende Wirkung von Kaffee und Tee verantwortlich ist.

Aber wie wirkt Koffein?

Während ich hier an einem neuen Blogeintrag schreibe, verbrauchen meine Nervenzellen im Gehirn Unmengen an Energie.

Energie ist in dem Molekül ATP (Adenosintriphosphat) in unserem Körper gespeichert. Wenn jetzt meine Nervenzellen diese Energie benötigen, brechen bestimmte Enzyme das ATP auf, wobei ADP (Adenosindiphosphat), Phosphat und vor allem die heißbegehrte Energie frei wird. Dadurch kann ich konzentriert recherchieren und euch meine Gedanken mitteilen.

Da ich nun mehrere Stunden hier schreibe, fallen Unmengen an ADP in meinem Gehirn an. Das setzt sich an bestimmte Rezeptoren an meinen Nervenzellen, wodurch denen signalisiert wird, dass es Zeit ist, eine Pause einzulegen.

Jetzt kommt das gute Koffein zum Einsatz!

Um weiterhin konzentriert zu arbeiten steht immer eine große Kanne Grüner Tee auf meinem Schreibtisch, wenn es ganz kritisch wird, greife ich auch mal zu einer Tasse Kaffee. (Ich bin aber sehr kritisch was guten Kaffee angeht, wodurch ich unsere Pad Maschine nur selten in Anspruch nehme.)

Das enthaltene Koffein im Tee und Kaffee geht nach etwa einer halben Stunde in mein Blut über und gelangt zu den Nervenzellen. Koffein besitzt eine ähnliche Struktur wie das ADP, wodurch es sich auch an die Rezeptoren der Nervenzellen setzt. Mit dem entscheidenden Unterschied jedoch, dass es dem Gehirn nicht das Signal übermittelt, eine Pause einlegen zu müssen. Das Koffein konkurriert also mit dem ADP um den Rezeptor der Nervenzelle und bewirkt damit, dass ADP seltener die Chance bekommt dem Gehirn Müdigkeit zu signalisieren. Mit der allbekannten Folge: Man fühlt sich wacher und kann sich besser konzentrieren. Wieder einmal hat der Grüne Tee meine Produktivität ermöglicht.

Viel hilft viel?

In bestimmten Maßen kann ich dem zustimmen. Je mehr Koffein man zu sich nimmt, desto geringer ist die Chance des ADPs sich an den Rezeptor der Nervenzelle zu setzen, um Müdigkeit hervorzurufen. ABER! ADP wird laufend weitergebildet und irgendwann kann man dem mit Koffein nicht mehr entgegenwirken, wodurch sich die Müdigkeit durchsetzt.

Außerdem registriert mein Körper, wenn das ADP- Müdigkeitssignal für längere Zeit ausbleibt. Das bedeutet, dass sich der Körper an übermäßigen Koffein Konsum gewöhnt und sich daraufhin anpasst. Es werden mehr Rezeptoren an der Nervenzelle gebildet, wodurch sich die Chance von ADP erhöht, an die Nervenzelle anzudocken. Die Folge ist, dass man mehr Kaffee/ Tee benötigt um wach zu bleiben.

Wenn ihr mich fragt, ist es daher auf lange Sicht effektiver sich am Tag auf wenige Tassen Kaffee oder Tee zu beschränken, damit man die erwünschten Effekte als Muntermacher noch lange nutzen kann. Es hat einen Grund, warum der Körper müde wird, gesünder ist es daher lieber mal einen Powernap einzulegen und mehr als 6h Schlaf pro Nacht zu ergattern, um so den Literweisen Konsum von Kaffee lieber mal ein bisschen herunterzuschrauben.

 

Tee oder Kaffee? oder Guarana ?

Bist du der Kaffee oder TeeMensch ?

Bis vor 2 Jahren hätte ich diese Frage ganz klar mit TeeMensch beantwortet. Seit Beginn des Studiums kann ich zu einer guten (!) Tasse Kaffee jedoch schwer Nein sagen. Mein Konsum pendelt sich mittlerweile auf 1-2 Liter grüner Tee pro Tag ein und wenn ich mal das Coffeebike in der Stadt spotte oder bei meinen Eltern zu besuch bin genieße ich gerne mal ein zwei Tassen schwarzen Kaffee.

Während des Abiturs hatte ich jedoch ein kleines Problem. Ich wollte jeden Tag 100% konzentriert sein, aber Kaffee mochte ich damals noch nicht. Grünen Tee kannte ich so noch nicht und schwarzer Tee verursacht auf die Dauer verfärbte Zähne. Außerdem muss man bei hohem Flüßigkeitskonsum nun mal häufig zur Toilette, was ich super nervig finde.

Meine Wunderdroge, die mich durch das letzte Schuljahr konzentriert manövriert hat war daher Guarana in Pulver Form. Mein heimliches Wundermittel, auf das ich auch einige meiner damaligen Klassenkameraden gebracht habe.

 

Was ist Guarana?

Guarana kennen vielleicht einige bereits als Inhaltsstoff von Energydrinks oder FitLine Produkten.

Guarna gilt als das „Allzweckmittel“ der Uhreinwohner Südamerikas. Dazu ein kleiner Auszug aus einer alten Stammesgeschichte:

„Weit zurück im Nebel der Zeit wurde dem Stamm ein Junge geboren. Er war kein gewöhnliches Kind, sondern begabt, wie man es noch nie erlebt hatte – so sehr, dass er den Neid der Waldgeister erregte, von denen einer den Knaben in den Tiefen des Waldes erschlug. Der Leichnam des Wunderkindes wurde feierlich zu seinem Heimatdorf getragen und einbalsamiert, doch seine Augen wurden im Waldboden bestattet. An diesem Platz entsprang ein Guaranaspross der Erde und brachte den Menschen die Gaben ewiger Wachsamkeit und ständiger Aufmerksamkeit – das einzige Mittel, um unter den Härten und Gefahren des brasilianischen Regenwalds zu überleben.“

Von Energydrinks halte ich jedoch gänzlich wenig, aufgrund zahlreicher synthetischer Inhaltsstoffe. Guarana an sich finde ich jedoch super.

Guarana wird aus den Samen der Guaranapflanze gewonnen, indem diese getrocknet und gemahlen werden. Ein rein natürliches Produkt ohne Chemie.

Die Wissenschaft ist sich noch nicht ganz schlüssig wie Guarana wirkt, da es wohl kein Koffein ist. Was jedoch feststeht ist, dass Guarana deutlich schonender auf den Körper wirkt, als zum Beispiel Kaffee (Reizung der Schleimhäute, Mundgeruch, Abführend, etc.).

Kaffee und Tee sind wasserlöslich, wodurch das Koffein schnell an den Körper abgegeben wird und in das Herz- Kreislaufsystem gelangt.

Die Bestandteile von Guarana basieren jedoch größtenteils auf natürlichen Fetten und Ölen, wodurch die Wirkstoffe langsam im Magen-Darmtrakt verdaut werden und so erst allmählich an den Körperkreislauf abgegeben werden. Die aufputschende Wirkung ist damit sehr viel schonender und beläuft sich auf bis zu 8h.

 

Wo bekomme ich das Wundermittel her?

Du kannst Gurana für teures Geld in der Apotheke kaufen (100gr etwa 8€) oder in einem Onlineshop für Naturheilkunde etc. bestellen, wo du den Stoff deutlich (!) günstiger bekommst. Es wird als reines Pulver oder mit Kapseln angeboten. Ich habe einen Vorrat an Pulver. Ich muss zugeben, dadurch, dass Guarana nicht wasserlöslich ist und echt nicht nach Zauberblüten schmeckt, es mir schwer fällt es runter zu bekommen. Mit Kapseln wäre das wohl ein bisschen leichter zu handhaben, aber auch um einiges teurer (#armerStudent).

Ich mische mir daher einen Teelöffel Guaranapulver mit etwas Milch oder Kakao und kippe das Gemisch in einem Zug herunter.

Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, dass es so ekelig schmeckt, da ich es deswegen auch nur zu mir nehme, wenn es wirklich ein anstrengender Tag wird.

 

Also was nun, Tee, Kaffee oder Guarana ?

Die Frage überlasse ich jedem von euch selbst. Ich habe für mich Tee als tägliche Flüssigkeitszufuhr entdeckt, Kaffee als gelegentliches Genussmittel und Guarana für die ganz harten Tage.

 

-When one yells, the other should listen- because when two people yell, there is no communication, just noise and bad vibrations.-

 

 


 

Quellen:
Guarana; Micheal van Straten; AT Verlag ISBN 3-85502-554-1
Quarks und Co: Wunderdroge Tee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Wie Koffein wirkt und mit welcher Alternative ich mein Abitur überstanden habe.

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