Methodik um deine Interessen/ Fähigkeiten zu bestimmen #02

-Life Work Planning-

In dem letzten Beitrag ging es darum, wie man durch die Gesellschaft/ Schule auf Irrwege seiner Interessen geleitet werden kann. Hier erfährst du nun, wie du wirklich herausfindest, was dich im Leben ehrlich interessiert.

Hier sind wir gerade:

    • Dir muss oder soll kein direkter Beruf vorschweben, sondern mit welchen Themen/ Interessen du dich beschäftigen möchtest. International oder National? Ich welchem Raum? Führungsebene? Welche Art von Unternehmen?
    • Was? (Fähigkeiten)
    • Wo? (Ort, Region, Kollegen, Kunden, Themen)

Interessen vs. Fähigkeiten

Fähigkeiten kannst du innerhalb jeglicher Interessen anwenden. Bsp.: Die Fähigkeit des Verkaufens/ Überzeugen kannst du sowohl innerhalb des Interesses Sport als auch als Fähigkeit bei dem Interesse Autos anwenden.

Bsp.: Du setzt deine Überzeugungskraft ein um Menschen zum Sport zu animieren vs. Du setzt deine Fähigkeit der Überzeugungskraft beim Autoverkauf ein.

An diesem Beispiel möchte ich dir darstellen, dass es auf deinem Weg zum Traumberuf erstmal Nebensache ist, welche Fähigkeiten du besitzt. Die erste Frage die du dir stellen solltest betreffen deine Interessen! Die Fähigkeiten kannst du nämlich in jeglichem Interessenbereich einbringen.

Bsp.: Du interessierst dich für das Design von Social Media, Websites. Dein Gedanke: Ich werde Grafikdesigner, um in dem Bereich meine Fähigkeiten einzusetzen. Also entscheidest du dich vor allem für diesen Beruf aufgrund deiner Interessen. Würdest du deinen Beruf auf Grundlage deiner Fähigkeiten aussuchen, könntest du als Grafikdesigner genauso Industrieheizungen designen. Ob du da aber glücklich werden würdest?

 

Erstes Vorgehen zur Interessenbestimmung

Stelle dir folgende Fragen und notiere Stichwörter.

  • Womit würdest du dich beschäftigen, wenn du zwei Wochen nur Zeit für dich hast?
  • Liest du Zeitschriften? Wenn ja welche? Und vor allem, welche Artikel? (WomenHealth; Spektrum der Wissenschaft (Ernährung, Medizin))
  • Für welchen Teil aus der Tageszeitung würdest du dich interessieren? Sport, Wetter, Finanzen, Politik, Kultur, …? (Nur aktuelles)
  • Liest du Bücher? Wenn ja über welches Thema? Welche Rubrik? Dicke Schmöker oder dünne Informative? Liest du keine Bücher? Welches Buch würdest du dir kaufen, wenn du müsstest? (dünne Bücher à Viel Info in kurzer Zeit)
  • Besuchst du Messen/ Events/ Veranstaltungen? (Sportevents, Fibo Messe)
  • Besuchst du Kurse (Bsp. VHS, Uni, etc)? (Sportseminar, Work/Life Planning)
  • Welche Probleme in der Welt beschäftigen dich? Politik? Finanzen? Klimaerwärmung? Todesursachen? (Todesursachen vgl Westen vs Osten; Industrie vs Entwicklungsländer)
  • Welche Sinne benutzt du am liebsten oder über welche kannst du am besten neue Dinge wahrnehmen? Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen? (Hören! Hörbücher, Gespräche, Podcasts)

Dadurch bekommst du schon mal einen Überblick, womit du dich in deiner freien Zeit beschäftigst. Was haben die Punkte gemeinsam? Fasse sie in Kategorien zusammen.

WomensHealth, Sportevents, Sportseminar = Gesundheit

Todesursachen = Medizin

Hören, dünne Bücher = effektive Informationsverbreitung, keine Lust auf großes Hin und Her/- lange bürokratische Wege


Wenn du am Ende des Life/Work Plannings angekommen bist, kannst du deinen gefundenen Themenbereich/ Job mit deinen Stichworten hier abgleichen. Finden sich die Sachen dort wieder? Wenn ja top! Wenn du gar nichts wiederfindest, solltest du dich fragen, ob du den richtigen Job gefunden hast.


Zweiter Schritt

Prinzip: Frage dich was du schon mal GERNE in deinem Leben gemacht hast. Denke an Situationen der letzten Wochen. Falls dir nichts einfällt, gehe die nächsten Tage bewusster in deinen Tag und achte auf Situationen die dir Spaß machen, oder in denen du dich wohl fühlst.

 Wichtig dabei

  • Du musst es wirklich gerne gemacht haben.

Es zählt nicht, wenn du nur das Ergebnis magst, aber nicht den Weg dorthin.

Beispiel: Deine Freundin hatte vor zwei Monaten Geburtstag und dir hat es total gefallen ihr etwas zu schenken. Jetzt die entscheidende Frage: Hättest du daran auch Spaß gehabt, wenn du das Geschenk anonym weiterreichen müsstest? Hat dir die Organisation und Kreativität Spaß gemacht oder einfach nur der Gedanke, einem Freund eine Freude zu bereiten?

  • Das Ergebnis sollte positiv sein.

Damit ist gemeint, dass dir es gefallen muss. Die Meinung Anderer interessiert dich heute mal nicht.

Beispiel: Du malst ein Bild in der Grundschule. Du liebst dieses Bild und hattest total Spaß daran deiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Dein Lehrer gibt dir jetzt eine schlechte Note dafür. Völlig egal! Was zählt ist, dass DIR das Ergebnis und vor allem der Prozess gefallen hat! In Werbeagenturen oder Ingenieurbüros, werden einem oft Dinge vorgesetzt, die man eigentlich nicht so super findet. Wenn dir jedoch der Prozess des Erarbeitens an sich gefällt, ist es völlig egal, was deine persönliche Meinung zu dem Endprodukt ist.


(Prinzip: alles ist subjektiv, wenn dir etwas gefällt, wirst du irgendwo auf der Welt auch eine zweite Person finden, der das gefällt. Wie ich zu dieser sagenhaften Erleuchtung gekommen bin? Mit 159cm bin ich in Deutschland oder Europa verdammt klein. Egal wo ich hinkomme ist das ein Thema. Da kann man schon fast sagen, dass ich wirklich objektiv gesehen klein bin. Aber dann bin ich nach Süd Ost Asien gegangen und auf einmal war ich mit 159cm ganz normaler Durchschnitt, gehörte sogar eher ins obere Drittel. Also selbst die Dinge, die noch so klar und objektiv erscheinen, hängen auch nur vom Blickwinkel ab.)


  • Du musst aktiv daran mitgearbeitet haben.

Es bringt nichts, wenn du sagst „Wir haben letzte Woche alle zusammen tolle Ideen entwickelt“ und dir die Fähigkeit der Kreativität zugeschrieben wird, obwohl deine Rolle vor allem darin bestand das Team zu leiten und die verschiedenen fremden Ideen zu ordnen. Du hättest dann eher die Fähigkeit Organisieren, Überblick bewahren und Teamleader.

Also du schreibst dir immer wieder Ereignisse in deinem Leben auf, die du gerne gemacht hast. Sei es alltägliche winzige Dinge, oder Sachen bei denen du als Kind beteiligt warst. So sammelst du Tag für Tag kleine Geschichten und lässt sie von dir oder anderen auf Interessen und Fähigkeit analysieren.


Denkanstöße Interessen

Beziehungen (Mann/Frau; Freundschaften; Eltern/Kind; Nachbarn; Gemeinde)

Bildungswesen (Kindergarten; Grundschule; Sekundarschule; Berufsschule; Hochschule)

Bürobedarf (Büromöbel; Formulare; Papiere; Schreibwaren)

Computer (Drucker; Hardware; Software; Zubehör; Online Welten)

Finanzen (Anlagen; Renten; Steuern; Versicherung)

Ausland (Afrika; Asien; Europa; Nordamerika; Südamerika; Nord/Südpol)

Gesundheit (Alternative Methoden; Klassische Medizin; Preventive Medizin; Public Health)

Haushaltsprodukte (Dekoartikel; Geräte; Möbel; Teppiche; Küchenutensilien)

Immobilien (Eigenheim; Mietwohnung; Reihenhaus; Sozialwohnung; Villa; Wohnheim)

Kulturelles (Fotografie; Kunst; Musik; Tanz; Theater)

Lebensmittel (Fleisch; Gemüse; Getreide; Getränke; Milchprodukte; Obst)

Medien (Bücher; Fernsehen; Film; Internet; Zeitschriften; Zeitungen)

Menschliche Probleme (Arbeitslosigkeit; Depressionen, Gewalt; Einsamkeit; Krankheit; Scheidung; Sucht)

Mode (Frauen; Kinder; Männer; Exklusiv; Preiswert; Sportlich; Elegant; Praktisch)

Pflanzen (Bäume; Blumen; Garten; Gebüsche; Kakteen; Kräuter; Gemüse)

Spiele und Sport (Ballsport; Fitness; Einzelsport; Teamsport; Brettspiele; Geduldsspiele)

Sprachen (Asiatisch; Afrikanisch; Europäisch; Dialekte; Gebärden)

Tiere (Forschungstiere; Haustiere; Nutztiere; Wild)

Transportwesen (Auto; Bus; Bahn; Fahrrad; Flugzeug; Innovativ; klassisch)

Veranstaltungen (Feten; Kongresse; Messen; Tagungen)

 


In den nächsten Beiträgen zeige ich dir, wie ich durch mein Auslandssemester meine wahren Interessen entdeckt habe und wie Andere im Seminar meine Fähigkeiten analysiert haben. Später erfährst du, wie du von deinen Interessen auf verschiedene Berufe kommst und mit Hilfe deiner Fähigkeiten dich dann für einen entscheidest.

 

 

 

Quellen: Marc Buddensieg: Seminar Life Work Planning

3 Kommentare zu „Methodik um deine Interessen/ Fähigkeiten zu bestimmen #02

  1. Die glücklichsten Leute, die ich kenne, sind die, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben.
    z.B.
    einst Computernörd, heute erfolgreicher Programmierer oder
    Spinner am Chemiebaukasten, heute Dr. der Chemie oder
    Taschengeld begeistert mir Babysitten aufgebessert, heute liebevolle Hausfrau und Mutter oder Erzieherin

    Gefällt mir

    1. Genau und von ihnen kann man sich ruhig mal was abgucken finde ich 🙂
      Viele sagen, dass man Arbeit und Hobby trennen soll. Aber warum nicht das Hobby zum Beruf machen? In keinem anderen Beruf würde man so viel erreichen wie in dem, bei dem man mit Herz und Seele dabei ist.
      Ich finde, dass an dem Wort „Arbeit“ oder „Beruf“ einfach viel zu viele negative Gedanken dran haften. Die Gesellschaft sagt, dass man sich dort eigentlich nicht wirklich wohl fühlen darf, weil es sonst ja keine richtige Arbeit sei.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s