Wie ich meinen inneren Antrieb in Indonesien gefunden habe

Hier möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, wie ich entdeckt habe, was ich im Leben wirklich erreichen möchte.

 

Den Herbst und Winter 2016/17 durfte ich im tropischen Indonesien verbringen.

Ich habe in einer kleinen Stadt auf Java studiert. Die Zeit dort hat meine komplette Sichtweise auf die Welt verändert.

In Jember gibt es keine Touristen, geschweige Menschen aus dem Westen. Die deutliche Mehrheit der Einheimischen gehört dem Islam an, wodurch ich die Religion hautnah miterleben durfte. Abgesehen davon, denken und handeln die Menschen dort einfach komplett (!) anders als in Deutschland. Als wäre ich in einer anderen Welt gelandet.

Der entscheidende Punkt, warum ich entdecken konnte, was ich im Leben erreichen möchte war, dass ich mit einer Gesellschaft gelebt habe die den absoluten Gegenpol zu Deutschland darstellt. Dadurch unterlag ich keinerlei Einflüsse, die mich sonst in Europa lenken. Mir wurden unglaublich viele neue Sichtweisen auf das Leben offenbart, die mich zum Nachdenken angeregt haben.

 

Mir wurde der Wohlstand Deutschlands bewusst, dass uns alle Möglichkeiten auf der Welt offenstehen und es an jeden Einzelnem liegt, ob er seine Chance nutzt.

(Es gibt keine Regierung, Familie, Religion die Bildung nach deinen Vorlieben verbietet!)

Dazu kam, dass ich ganz einfach die Zeit hatte, um über all das nachzudenken. Ich war 4 Monate regelrecht isoliert und konnte selber entscheiden mit welchen Gedanken und Handlungen ich diese Zeit füllen möchte.


Die einheimischen Studenten waren den ganzen Tag in der Uni. Draußen ist es zu heiß; im Schwimmbad/ Fitnessstudio wird man als weiße Frau begafft und alle Sehenswerten Dinge waren mindestens 3-tages Trips entfernt.

 

Die große Frage: womit kann ich mich den ganzen lieben langen Tag beschäftigen?

 

Mein Tagesablauf

4/5-6/7 Uhr: Die Sonne geht gerade auf. Die Luft ist noch angenehm kühl und sauber: Perfekte Bedingungen um auf dem Campus laufen zu gehen.

7-9 Uhr: ausgiebiges Dehnen und Frühstücken mit Kokosnuss, Wassermelone, Papaya, Avocado und frischem IngwerZitronenTee; alles für etwa 2€.

9-13 Uhr: Auf zur Uni.

13-14 Uhr: Mit dem Motorbike zu einem Café/Restaurant gedüst um zu essen.

14-18 Uhr: ???

18 Uhr: Die Sonne ist untergegangen und ich hatte keine Hobbys, also ab ins Bett.

 

Die ersten Wochen war alles noch super spannend und ich habe in der freien Zeit die Gegend erkundet. Nach einem Monat wurde es aber irgendwann langweilig und nach 2 Monaten war es nicht mehr auszuhalten. Also musste ich mir Beschäftigungen suchen:

Zum Frühstück habe ich 2h YouTube gesuchtet: Meine Vorlieben sind Gary Vaynerchuk (Entrepreneur) und Heidi Somers (Fitness).

Ich habe mir zahlreiche e-Books für meinen Kindle heruntergeladen. Diese deckten die komplette Bandbreite über Ernährung, Sport, Medizin bis zu Persönlichkeitsentwicklung ab.


Und schwupps hatte ich meine Interessen klar vor Augen. Das wofür ich mich wirklich interessiere. Themenbereiche in denen ich reine stumpfe wissenschaftliche Texte monatelang lesen kann, ohne gelangweilt zu werden. Keiner hatte Einfluss auf mich, wodurch ich wirklich nur das gemacht habe, was Ich möchte. Ich habe mich frei, aus innerem Antrieb heraus, dafür entschieden genau diese Bücher zu lesen und keine anderen.

 

Ich habe in dem Auslandssemester zu meinem wahren Ich gefunden, da keiner Einfluss auf mich ausüben konnte:

„Du musst was mit Mathe machen, sonst verschwendest du dein Potenzial“

Ohne, dass jemand sagt „Damit kann man kein Geld verdienen“

Ohne Sprüche wie „Da gibt es aber kaum freie Arbeitsplätze, oder?“

Ohne „Der Markt ist aber schon völlig übersättigt.“

Ohne „Glaubst du, dass das wirklich das richtige für dich ist? Klingt ziemlich langweilig.“

„Was kann man damit denn später machen?“

„Mit deinem Abi musst du studieren“

und so weiter und so fort…. Meine Mitmenschen haben es nie böse mit mir gemeint, aber jeder hat nun mal seine Meinung und jeder Ratschlag lenkt dich in eine bestimmte Richtung.


Nach vier Monaten Isolation auf Java bin ich zwei Monate gereist. Das hat mir zwar viele schöne Erfahrungen beschert, aber da ich den ganzen Tag unterwegs war und abends müde ins Bett gefallen bin, hatte ich währenddessen absolut keine Zeit über irgendwas wirklich nachzudenken.

Ich glaube, dass es eher weniger bringt, für ein Jahr nach dem Abi einfach zu reisen, um herauszufinden was dich im Leben wirklich antreibt. Reisen ist unglaublich! Du lernst das Leben ganz anders zu schätzen, lernst minimalistisch zu leben, du bekommst ein unglaubliches Selbstbewusstsein.

Aber zu meinem Selbst habe ich dadurch nicht gefunden. Man erlebt so viele neue Dinge, man wird von Reizen überflutet und erlebt einmalige Abenteuer. Es fehlt dadurch einfach nur die Zeit, über sich selbst nachzudenken.

Das entscheidende war, dass ich für 4 Monate aus dem Alltag herausgebrochen bin und mein Leben zur Ruhe gekommen ist. Ich stand unter keinerlei Druck etwas passendes zu finden, alles ist unbewusst entstanden.

Ein tolle Weisheit, die es super zusammenfasst aus Eat, Pray, Love:

„You cannot see your reflection in running water, only in still water.“

2 Kommentare zu „Wie ich meinen inneren Antrieb in Indonesien gefunden habe

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