Langfristige Stresssituationen #05

-Stressabbau durch Sport-

In dem letzten Beitrag ging es darum, wie Du durch kurzfristige Stresssituationen die Möglichkeit bekommst, bei einem Halbmarathon ans Limit zu gehen.
Heute wird es um langfristige Stresssituationen gehen und wie sich diese negativ auf deinen Körper ausüben können.

Die Stressreaktionen deines Körpers zielen darauf ab, dich psychisch auf die anstehende, mögliche Bedrohung vorzubereiten und deinen Körper physisch in Alarmbereitschaft zu setzen, damit dieser die Kraft hat, sich auf einen Kampf einzulassen oder die Flucht ergreifen zu können.

Solange die Situation von dir wirklich verlangt körperlich zu reagieren, ist alles schön und gut.

Aber es kommt nicht allzu selten vor, dass Wir Stresssituationen im Arbeitsalltag ausgesetzt sind, in denen Wir nicht handeln können, sondern einfach mal runterschlucken müssen.

Der Körper reagiert mit Stress. Aber es werden keine Bewältigungsstrategien gefunden, mit denen man die Situation lösen könnte.


Wie der Körper auf langfristigen Stress reagiert

Wie Du bereits in dem letzten Beitrag erfahren hast, wird Adrenalin und Noradrenalin anfangs in deinem Körper ausgeschüttet, um deine Aufmerksamkeit zu fokussieren und u.a. ausreichend Energie bereitzustellen.

Sobald Du eine Bewältigungsstrategie gefunden hast, um die „Gefahrensituation“ zu meistern, lassen die Hormone nach und dein Körper kehrt in seinen ausgeglichenen Zustand zurück.

 

Wenn jedoch keine Strategien zur Bewältigung gefunden werden, schaukelt sich die Hormonkaskade hoch.

Es werden zahlreiche weitere Signalstoffe im Gehirn freigesetzt, die im Endeffekt in der Nebennierenrinde Glucocorticoide (Name setzt sich aus der Funktion und Herkunft zusammen: Nebennierenrinde – Zuckerstoffwechsel) freisetzen. Dazu gehört vor allem das Cortisol.

Dieses Hormon hat folgende Auswirkungen auf verschiedene Systeme in deinem Körper:

  • Während Adrenalin für den Abbau der Glykogen Speicher in Leber und Muskulatur sorgt, wirkt Cortisol dem entgegen.
    • Cortisol behindert den Abbau von Glykogen, regt aber die Umwandlung von Proteinen zu Energie an.
    • Das Bedeutet, dass nun Muskulatur abgebaut wird, um Energie zu gewinnen!
    • Außerdem steigt das Risiko auf Diabetes Typ 2:
      • Cortisol hemmt den Eintritt von Glukose in die Zellen. Mehr Glukose zirkuliert im Blutkreislauf. Dies führt zu einer Steigerung der Insulinausschüttung. Was wiederum zu einer Insulinresistenz der Zellen führen kann.

 

  • Durch Cortisol steigt der Natriumgehalt im Blut an. Das Blutvolumen und der Blutdruck erhöht sich damit.
    • Die Gefäßwände werden stärker belastet, was auf langer Sicht zu einem erhöhten Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden führen kann.

 

  • Verringerte Bildung von Geschlechtshormonen.
    • Cortison und Testosteron werden aus den gleichen Substanzen gebildet. Sie konkurrieren also um den selben Ausgangstoff. In Stresssituationen wird dem Cortisol der Vorrang gewährt, wodurch zu wenige Ausgangstoffe für die Bildung von Testosteron zur Verfügung stehen.

 

  • Cortisol hemmt das Immunsystem.
    • Bei allergischen Reaktionen kommt gerne mal Cortison zum Einsatz. Dies ist ein Vorläufer der Cortisols. Als Arzneistoff kann es genutzt werden, um Überreaktionen des Körpers auf eigentlich harmlose Stoffe (Pollen etc) zu unterdrücken.
    • Ist man Cortisol jedoch auf Dauer oder regelmäßig ausgesetzt, führt es zu einer höheren Infektionsanfälligkeit, da das Immunsystem nur noch eingeschränkt gegen Eindringlinge arbeitet.
    • Eine Schwächung des Immunsystem bewirkt außerdem Schläfrigkeit, damit der Körper mehr Ruhe bekommt, um sich zu regenerieren.

 

Zusammengefasst bedeutet das, dass du durch langfristigen Stress:

  • Muskulatur verlieren kannst.
  • Das Risiko auf Diabetes und Herz- Kreislauferkrankungen erhöhen kannst.
  • Störungen bei der Menstruation (Frauen), niedrige Libido, bis hin zu Unfruchtbarkeit bekommen kannst.
  • Anfälliger für Infektionen sein kannst.
  • Dauerhaft Müdigkeit verspüren kannst.

(Ich verwende bewusst „kannst“, weil jeder Mensch noch anders tickt. Das sind die Auswirkungen auf den Durchschnittsmensch.)


In dieser Serie „Stressabbau durch Sport“, hast Du bis jetzt erfahren, was es mit dem Stress auf sich hat. Du weißt wo dir Stresssituationen im Alltag begegnen und welche Auswirkungen Sie kurzfristig und langfristig auf deinen Körper haben.
In den nächsten Beitragen werde Ich mehr zu dem Thema Sport kommen und welchen Einfluss dieser auf Stress hat. Hier gehts zum nächsten Beitrag

Quellen: http://www.spektrum.de/magazin/stress-und-hormone/820829

2 Kommentare zu „Langfristige Stresssituationen #05

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