Die vier Ebenen der Stressreaktion #06

-Stressabbau durch Sport-

In den letzten Beiträgen hast Du bereits erfahren, wie sich Stress in deinem Körper bemerkbar macht. Hier möchte Ich dir die direkten, spürbaren Folgen von Stress in vier Kategorien verdeutlichen.
Später werde Ich dann anhand dieser vier Ebenen darstellen, welche Auswirkungen Sport auf Stress hat.

Stress äußert sich auf folgenden vier Ebenen [nach Ruppert]:

  1. Kognitive Ebene
  2. Emotionale Ebene
  3. Vegetativ- hormonelle Ebene
  4. Muskuläre Ebene

Kognitive Ebene

Def: Die kognitive Ebene beschreibt unsere Wahrnehmung der Umwelt.

Wie in den letzten Beiträgen angesprochen, führt Stress zu einer Fokussierung deiner Gedanken. Ob dies zu einer Beeinträchtigung der Wahrnehmung führt, hängt stark von der Situation ab. Dein Gehirn fokussiert sich nämlich darauf, mögliche Problemlösungen zu finden.

Bspl.: Man ist in einer Prüfungssituation. Dein Gehirn setzt dich unter Stress, da von dieser Prüfung sehr viel abhängt. Es sucht nach Wegen, diese Situation zu meistern.

Wenn die Aufgaben deinen Fähigkeiten entsprechen, kannst Du mit voller Aufmerksamkeit daran arbeiten und die Prüfungssituation so erfolgreich überstehen.

Die zweite Möglichkeit ist, dass dich die Aufgaben im ersten Moment überfordern. Dein Gehirn versucht nach Lösungsansätzen zu suchen, findet aber keine. Daraufhin werden immer mehr Hormone ausgeschüttet, um deine Aufmerksamkeit auf dieses Problem zu richten. Leider rennst Du damit nur in eine Sackgasse. Du könntest umdrehen und einen anderen Weg einschlagen. Bei hohem Stress wird das jedoch verhindert. Es wurde bereits ein Großteil bestimmter Neuronen aktiviert, welche sich mit dieser einen unlösbaren Aufgabe beschäftigen. Nun ist es sehr schwer, deine Aufmerksamkeit davon loszureißen, um sich auf andere Dinge konzentrieren zu können.

Ein anderes Beispiel, welches Ich gerne ansprechen möchte, ist, wenn jemand sich sehr über eine Situation ärgert. Dahinter steckt das selbe Prinzip. Stress führt dazu, dass Du dich in das Problem hineinsteigerst. Deine volle Konzentration wird auf diese negative Situation gerichtet, anstatt positive Dinge darin zu sehen. Dies kann man als Wahrnehmungseinengung verstehen, da man auch Ratschläge aus seiner Umgebung nicht wahrnimmt: Seine Wahrnehmung ist damit eingeschränkt.

Die Folgen von Stress auf der kognitive Ebene sind damit u.a. Wahrnehmungseinengung und Konzentrationsstörungen.

Emotionale Ebene

Def.: Die emotionale Ebene bezieht sich auf Gefühle, die sich während einer Stresssituation entwickeln.

Diese Ebene ist einem wahrscheinlich so selbstverständlich, dass man Sie glatt übersieht. Stress führt unweigerlich zu bestimmten Gefühlen. Sei es Enttäuschung, Angst oder Besorgnis. Dies führt auf Dauer zu psychischer Anspannung und kann sich zu Depressionen entwickeln.

Wie dies genau zusammenhängt, sind sich die Forscher jedoch noch nicht einig.

Vegetativ- hormonelle Ebene

Def.: Die vegetativ- hormonelle Ebene bezieht sich auf das Nerven- und Kreislaufsystem. Es wird zum Beispiel die Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol angeregt, das Ansteigen des Blutdruckes oder die Energiebereitstellung.

Unter normalen Umständen, befindet sich dieses System im Gleichgewicht. Durch langfristigen Stress und die damit einhergehende Überproduktion von bestimmten Hormonen, kann das vegetativ- hormonelle System gestört werden.

Dies ist ein Faktor der gerade bei Kindern eine entscheidende Rolle spielt, da deren Hormonsystem sehr fragil ist. Wachstumshormone können z.B. verstärkt ausgeschüttet werden. Der Körper wächst schneller als, dass er an Stabilität gewinnen kann. Die Folge sind schon in jungen Jahren Bandscheibenvorfälle und muskuläre Dysbalancen.

Muskuläre Ebene

Def.: Unter der muskulären Ebene werden alle Mukelgruppen des Körpers verstanden.

Stress setzt den Körper in Alarmbereitschaft, indem Muskulatur angespannt wird. Auf Dauer führt dies zu Verspannungen, Rücken-, Nacken-, und Kopfschmerzen.

Zusammenfassung

Koginitive Ebene – Konzentrationsstörungen, Wahrnehmungseinengung.

Emotionale Ebene – Negative Gefühle

Vegetativ- hormonelle Ebene – Hormonhaushalt gerät aus dem Gleichgewicht

Muskuläre Ebene – Verspannungen

Die vier Ebenen, auf denen sich Stress äußert hast Du heute kennengelernt. In den nächsten Beträgen erfährst Du nun endlich, welche Auswirkungen Sport auf die selben Ebenen hat.

Quellen: Ruppert: „Herausforderung Stress“. Hannover; 2000 in Unterricht Biologie – Herausforderung Stress; Friedrich Verlag

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