Herz- Kreislaufsystem

-Stressabbau durch Sport-

In dem letzten Beitrag ging es darum, wie Sport allgemein zu Anpassungen im Körper führt. Heute stelle Ich dir die genauen Adaptionen auf das Herz- Kreislaufsystem vor.

Das Herz- Kreislaufsystem spiegelt maßgeblich deinen Leistungszustand wieder. Es versorgt deine Organe mit Sauerstoff, welchen Du benötigst, um mit Hilfe deiner Muskelzellen Energie zu gewinnen.

Das Herz- Kreislaufsystem besteht aus dem Herzen (Treibende Kraft für Blutzirkulation), der Lunge (Gasaustausch), dem Gefäßsystem (Transportwege) und dem Blut (Transportmittel). Diese vier Bestandteile bestimmen wieviel Leistung deine Muskulatur erbringen kann, da Sie deine Zellen mit allem versorgen, was diese benötigen, um Leistung zu erbringen. Ohne das Herz- Kreislaufsystem, würden deine Zellen einfach absterben.

Gedankenspiel: Du befindest dich in der Wüste und möchtest dort eine Stadt aufbauen. Je besser deine Logistik ist (Herz- Kreislaufsystem): je mehr Transporter (Blut) Du besitzt, je effektiver diese arbeiten und je besser deine Zufahrtstraßen (Gefäßsysteme) ausgebaut sind, desto schneller kannst Du deine Stadt aufbauen. Ohne diese Logistik würdest Du in der Wüste einsam sterben.

Je besser unser Herz- Kreislaufsystem ausgebaut ist, desto mehr Leistung können wir beim Sport und im Alltag erbringen.

Je besser das Herz- Kreislaufsystem ausgebaut ist, desto weniger sind wir für kleine Störungen wie Stress anfällig.

Lunge

Bei der Energiegewinnung in den Muskelzellen wird Sauerstoff benötigt und Kohlenstoffdioxid hergestellt. Die Lunge ist für den Gasaustausch zuständig. Sie stellt dem Körper Sauerstoff zur Verfügung und gibt Kohlenstoffdioxid an die Luft wieder ab.

Anpassungen an Belastung

Je effektiver die Lunge arbeitet, desto mehr Sauerstoff kann diese dem Körper bereitstellen. Bei Belastung wird mehr Sauerstoff benötigt und Kohlenstoffdioxid umgesetzt, als im Ruhezustand.

Anfänglich wird der erhöhte Sauerstoffbedarf durch die Erhöhung der Atemfrequenz gedeckt. Man atmet schneller.

Nach regelmäßigem Training erhöht sich auch das Atemvolumen. Man atmet tiefer.

Dadurch erzielt man eine Steigerung der maximal möglichen Aufnahme von Sauerstoff.

Anpassungen auf lange Sicht

Durch regelmäßiges Training erzielt man eine Ökonomisierung der Atmung. Das bedeutet, dass deine Lunge effektiver arbeitet und so auch im Ruhezustand weniger Energie benötigt, um eine bestimmte Menge an Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid umzusetzen. Dies äußert sich in einer verminderten Atemfrequenz in Ruhe und bei Belastung.

Hervorgerufen wird diese Ökonomisierung unter anderem durch eine höhere Aktivität deiner Atemmuskulatur.

 

Herz

Der Sauerstoff von der Lunge muss zu den Zellen transportiert werden. Das Herz stellt die treibende Kraft dafür da. Durch das regelmäßige Schlagen, pumpt es das mit Sauerstoff angereicherte Blut, durch das Gefäßsystem zu den Zellen.

Anpassungen an Belastung

Wie auch bei der Lunge reagiert das Herz mit einer Erhöhung der Schlagfrequenz an Belastung. Das Herz schlägt schneller. Außerdem erhöht sich das Schlagvolumen.

Dadurch wird erzielt, dass das Herz mehr Sauerstoff pro Zeiteinheit durch den Körper pumpen kann.

Anpassungen auf lange Sicht

Durch regelmäßiges Training stellt sich auch beim Herzen eine Ökonomisierung ein. Außerdem wächst die Herzmuskulatur und das Herzvolumen steigt an. Dies führt dauerhaft zu einer niedrigeren Herzfrequenz und höherem Schlagvolumen auch im Ruhezustand. Oft wird von einem Sportlerherz gesprochen, da dieses größer und robuster ist, im Vergleich zu untrainierten Personen.

 

Blut

Das Blut stellt den Transporter für die Nährstoffe da. In der Lunge gibt das Blut Kohlenstoffdioxid ab und wird mit Sauerstoff angereichert. Das Herz pumpt es nun durch den Körper, zu den Zellen. Dort gibt es den Sauerstoff an die Zellen ab und nimmt den Kohlenstoffdioxid auf.

Anpassungen an Belastung

Das Blut passt sich nicht aktiv an Belastung an, wie die Atmung oder das Herz. Als direkte Anpassung an Belastung, kann jedoch die passive Erhöhung der Fließgeschwindigkeit des Blutes genannt werden. Diese kommt durch die erhöhte Arbeitsleistung des Herzens zustande. Das Blut fließt schneller und kann dadurch mehr Sauerstoff pro Zeiteinheit zu den Zellen transportieren.

Anpassungen auf lange Sicht

Auf lange Sicht ist eine absolute Zunahme des Blutvolumens zu beobachten, da mehr Blutzellen gebildet werden. Dadurch können mehr Nährstoffe pro Zeiteinheit zu den Zellen transportiert werden.

Durch sportliches Training erreichst Du also, dass Du mehr Blutzellen besitzt und diese schneller zu den verbrauchenden Zellen gelangen. Die Nährstoffversorgung ist dadurch um einiges besser, als bei untrainierten Personen.

 

Gefäßsystem

Nun kommen wir zu den Transportwegen des Blutes. Das Gefäßsystem erstreckt sich über den ganzen Körper und leitet das Blut zu den Zellen.

Anpassungen an Belastung

Während körperlicher Belastung bewirkt das Gefäßsystem eine Umverteilung des Blutes zu der arbeitenden Muskulatur. Es werden Wege zu den Verdauungsorganen eingeengt und dadurch weniger durchblutet, währenddessen Gefäße zum Beispiel zu der Beinmuskulatur geöffnet werden. Dadurch wird die ausreichende Bereitstellung von Sauerstoff bestimmter Muskelgruppen ermöglicht.

Anpassungen auf lange Sicht

Durch regelmäßiges Training, werden neue Gefäßstrukturen gebildet (Es werden neue Straßen gebaut). Dadurch wird eine bessere Versorgung aller Zellen des Körpers mit Nährstoffen sichergestellt. Zudem werden die Wände der bereits vorhandenen Gefäße stabilisiert, wodurch u.a. Schlaganfällen (Platzen bestimmter Gefäße) vorgebeugt wird.


Stress wirkt sich durch die Ausschüttung von Hormonen stark auf dein Herz- Kreislaufsystem aus. Sei es durch die Steigerung der Herzfrequenz oder die Zunahme des Blutdruckes. Durch andauernden Stress steigt somit das Risiko auf Schlaganfälle etc.

Da regelmäßiges, sportliches Training positive Anpassungen im Herz- Kreislaufsystem bewirkt, kann man so den negativen Auswirkungen von Stress Vorbeugen.

In den nächsten Beiträgen wird es um die Anpassungen von Sport auf das Nervensystem und Immunsystem gehen. Anschließend werde Ich die Wechselwirkungen von Sport und Stress genauer darstellen.

Quellen: Leistungskurs Sport: Band 1; Anka u. Jürgen Weineck

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